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Skitourenreise in den Kaukasus mit Elbrus, 5642 m

19. April - 3. Mai 2002


  Dieses Jahr ist es endlich so weit - ein langjähriger Wunsch geht in Erfüllung: Skitouren im Kaukasus und als Höhepunkt soll der Elbrus mit 5642 m bestiegen werden.

Wir fliegen von München direkt nach Mineralnye Vody. Die russische Fluglinie Kavminvodyavia überrascht uns schon beim Einchecken am Flughafen in München. Nett, zuvorkommend und noch dazu äußerst kulant haben wir unseren Riesenhaufen an Skitourenausrüstung in Kürze eingecheckt.

Da ist die Einreise nach Russland schon eine andere Angelegenheit.....aber nach einer Stunde haben wir dies auch hinter uns und werden von Leonid, einem Mitarbeiter von LenAlpTours in Empfang genommen.
Ab gehts ins Baksantal. Nach 3stündiger Fahrt erreichen wir um 2200 Uhr unser Hotel in Terskol. Nach einem vorzüglichen Abendessen fallen wir totmüde ins Bett.

  Russische Businessclass  Borschtsch  Elbrus
  Am nächsten Morgen bekommen wir einen russischen "Führer" zugeteilt. Alek, ein sehr zielstrebiger Russe, geht grundsätzlich eine Gerade zum anvisierten Gipfel. So wie es aussieht ist Alek mit den Grundlagen des Skitourengehens, wie z.B. Spuranlage, Ausnützen des Geländes, VS-Gerät, Gletscherausrüstung usw. noch nicht oder noch nicht sehr intensiv konfrontiert worden. Naja, wir machen das Beste draus und legen uns selber die Spur; detto bei der Abfahrt.

Bereits bei unserer kleinen Eingehtour können wir uns einen sehr schönen Überblick über die Möglichkeiten und Verhältnisse machen. Es hat dieses Jahr noch viel Schnee und die Abfahrten sind bis ins Tal - ja sogar bis vors Hotel - möglich.

  Kogutai  Ausrüstungstausch  ein lockendes Ziel  unberührte Gletscher  Donguzorum N-Schulter  Gipfel in Georgien  Skitourenziele in Georgien
  In den nächsten Tagen benützen wir für unsere Touren auch einige Male die Lifte bis auf 3200 m und kommen so relativ rasch in Höhen um und über 4000m. So akklimatisieren wir uns bestens. Wir statten den Wohntonnen ( 3800 m ) und der alten abgebrannten Prijuthütte ( 4150 m ) einen Besuch ab. Eine gigantische Abfahrt führt uns von den Pastuchowfelsen ( ~ 4600 m ) bis vors Hotel auf 2170 m.
  Nebel um den Elbrusgipfel  Wohntonnen  Prijuthütte 
  Anschließend steht ein Gebietswechsel ins Adyrsutal auf dem Programm. Alleine der Zustieg zu unserer Unterkunft in Ullutau ist ein Hit. Vom Adylsutal gehts über den Jankuatgletscher bis zum Gumachipaß ( 3540 m ). Vom Paß ziehen sich eindrucksvolle Gletscherhänge ins Adyrsutal hinunter.
  Gumachipass  Ullutau  Morgen in Ullutau  Abfahrt vom Mestiapass  Elbrusguide
  Leider wird unser russischer Begleiter krank. Die russische Grippe fordert ein Opfer :-)
So können wir -gottseidank- endlich ohne weitere Belastung auf Tour gehen. Die Strafe folgt auf dem Fuß: die Tour zum Mestiapaß wird ein Schinder in brutalem Bruchharsch der seinesgleichen sucht. Aber mit der Bruchharschvernichtungsmaschine geht es ganz gut.

Nach drei sehr schönen Skitouren kehren wir in einer wilden Fahrt in einem russischen Jeep ins Hotel nach Terskol zurück. Mittlerweile hat's jetzt auch schon bei unserer Rückkehr heisses Wasser und auch die Sauna ist eingeschaltet. So steht einer dringend benötigten Reinigung nichts mehr im Wege.
Am Beginn der zweiten Woche packen wir den Elbrus an. Unser großes Gepäck lassen wir mit dem Radtrack auf die kleine Hütte unterhalb der Prijuthütte transportieren. So sparen wir uns Kräfte für den Gipfelgang.
In der Nacht reißt die Bewölkung auf; es wird wolkenlos und es gibt fast Vollmond. Gutes Licht, aber Eiseskälte. Vor allem der Wind macht uns doch etwas zu schaffen. Wir finden aber trotzdem unseren Rhythmus und problemlos erreichen wir den Elbruspaß zwischen den beiden Elbrusgipfeln. Hier lassen wir die Ski zurück und gehen mit Steigeisen weiter - Sicherheit hat Vorrang. Am Gipfel haben wir eine gigantische Rundumsicht - auch der Wind hat sich etwas gelegt. Zu Mittag sind wir bereits wieder bei der Prijuthütte. Eine kurze Pause und dann erfolgt die schon bekannte Abfahrt bis zum Hotel. Ab in die Sauna - nach gut 3000 Höhenmeter Abfahrt spürt man schon die "alten Knochen". ( Habe ich mir sagen lassen........ )
  Oberhalb der Prijuthütte  Russische Kälte  Elbruspass  welcome to the summit  Elbrusgipfel  Abfahrt bis ins Hotel
  Am nächsten Tag gibt es mal einen Rasttag. Das Elbrusmuseum, eine Wanderung im Baksantal mit Schaschlikessen füllen diesen Tag aus. Die verbleibenden drei Tage gibts noch das sogenannte Tüpferl auf dem "i". Azaubashi und die Nordschulter vom Donguzorum zählen zu den highlights unserer zweiwöchigen Skitour. Der letzte Tag sollte eigentlich dem Variantenfahren im Pistenbereich gewidmet sein. Wir lernen aber vor allem die "high society" und "schickimicki" Truppe aus Moskau beim Anstehen am Lift kennen.
Besonders werden wir aber wieder einmal mit dem korrupten und bestechlichen russischen System konfrontiert. Aber nach diesen - in den letzten beiden Wochen - erlebten Skitouren und sonstigen Abenteuern kann uns so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringen.
  Donguzorum  Azaubashi  Gipfel Azaubashi  Azaubashi  russische Pistenfreuden  KMV Airlines
  Fazit: Eine Skitourenreise auf die ich mich bereits wieder freue. Skitouren in unberührter Bergwelt. Hier kommt jeder Skitourengeher auf seine Kosten.

Die Termine für nächstes Jahr stehen bereits fest.

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