Herbst 2000

  Eigentlich sollte ich im Büro arbeiten........ mit Hubert habe ich die Watzmann Ostwand vereinbart. Die vergangenen zwei Tage hat es geregnet und auch unter 2000 m heruntergeschneit. Die Ostwand wird warten........ Für heute ist herbstliches Schönwetter vorausgesagt, wen hält es da im Büro....zu stark ist der Drang hinaus........ Das Klettergebiet im Göllgebiet oberhalb von der Mitterkaseralm bietet sich für heute an:
  südseitig exponiert, in einer Traumlage gelegen, rauher Fels, nicht abgeklettert und der Fels ist nach Regen rasch trocken.
Die Rucksäcke bleiben am Einstieg liegen. In zahlreichen Arbeitstagen habe ich 1997 und 1998 an beiden Pfeilern viele Meter Seile als Sanduhrschlingen für Standplätze und Zwischensicherungen fixiert.
So sind keine Haken, Klemmkeile usw. erforderlich; es gibt Sanduhrschlingen in Hülle und Fülle. Jeder Stand ist mit Abseilkarabiner ausgestattet. Leider sind in der Zwischenzeit einige Routen mit Bohrhaken abgesichert dazugekommen, welche nicht unbedingt logischen Linien folgen. Mein Plan hier ein Klettergebiet - komplett mit Bohrhaken abgesichert einzurichten, ist aber noch nicht aufgegeben.
                 
  Im alten AVF Berchtesgadener Alpen sind diese Pfeiler bereits erwähnt:
unlohnend, da langer Zustieg, brüchiger Fels usw....... Im Zeitalter des Eroberungsalpinismus in großen Wänden mag dies vielleicht zugetroffen haben........1 1/2 Stunden Zustieg und Bombenfels sind meiner Meinung nach für die kürzeren Tage im Jahr gerade das Richtige.

Die ersten zwei Seillängen im Schatten sind etwas frisch......aber bald hat uns die Sonne erreicht. Genußvolle Plattenseillängen, keine hardmoves, ein Dahinschleichen, in jeder Seillänge eine kleine Überraschung.

Am letzten Standplatz muß ich zu meinem Bedauern feststellen, daß irgendein Kletterer einer komischen Sammlerleidenschaft nachgeht: es ist wieder einmal der Abseilkarabiner weg....... der DIEB solle sich die Finger damit einklemmen und an der Schlüsselstelle mit der Hand im Magnesiasackerl hängenbleiben ! 

                 
  Eine schwierige Seillänge vom Wandfuß weg, nehmen wir noch in Angriff:
Plattenkletterei mit Wasserrillen vom Feinsten. Heute sind auch noch zwei andere Seilschaften hier. Sie tummeln sich in den eingerichteten Bohrhakentouren. Die haben aber sicherlich nicht die Edelweiß und die neugierigen Gemsen gesehen.
Gottseidank bleiben immer noch einige Freiheiten beim Bergsteigen.............
  ein "schönes Kreuz"  Ich freue mich auf jeden Fall schon wieder auf die nächste Herbsttour !

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